Bilder und Worte
49cm x 110cm x 5cm, Erde und Graphit auf Jute, "Natur"
40cm x 100cm x 4,5cm, Erde und Graphit auf Jute, "Veritas"

Über das Sehen


"Im Augenblick, da das Wollen ruht und die Betrachtung aufkommt, das reine Sehen und Hingegebensein, wird alles anders. Der Mensch hört auf, nützlich oder gefährlich zu sein, interessiert oder langweilig, gütig oder roh, stark oder schwach.
Er wird Natur, er wird schön und merkwürdig wie jedes Ding, auf das reine Betrachtung sich richtet.
Denn Betrachtung ist ja nicht Forschung oder Kritik, sie ist nichts als Liebe.

Sie ist der höchste und wünschenswerteste Zustand unserer Seele: begierdelose Liebe."


Hermann Hesse


Aus:
"Mein Glaube“, im Kapitel „Von der Seele“, Eine Dokumentation Auswahl und Nachwort von Siegfried UnseId

Erste Auflage 2016

Suhrkamp Verlag Berlin

Blick in den Spiegel


Juli 2021


Was ist für mich gerade stimmig, zu tun oder zu lassen?

Ich steige mental aus aus diesem System/Sumpf, gehöre nicht mehr dazu auch und gerade dann wenn die Narrative und die Meinungstrommeln auf mich zielen.

Ich habe eine klare, rote Grenze, durch die ich gern Wahrhaftigkeit, Authentizität, Lebendigkeit, Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit hindurch lasse.
Alle noch zu mir dringenden, menschenverachtenden Gedanken und Handlungen nehme ich wahr und entziehe ihnen im Anschluss schnellstmöglich meine Aufmerksamkeit.
Das mache ich so lange bis ich den Raum meiner irdischen Existenz wieder vollkommen eingenommen habe und damit in meiner Welt Menschen- und Lebensverachtung für immer Vergangenheit sind.
Dazu brauche ich ausschliesslich mich selbst und habe somit schon alles.
Die Erden, die ich für das Bild ausgewählt habe, und alle meine natürlichen Begegnungen unterstützen mich.

August 2021


Was ich geschaffen hab’ -
In Freude, Dankbarkeit - berührt -
hier die Begebenheit:

Auf einer wilden Wiese am Weiher …
ein Pfauenauge sitzt vor mir im Gras.
Weil ich schon so lang solch Schmetterling einmal genau betrachten mag, hol’ ich ganz ruhig und bedacht mein Handy ‚raus aus meiner Tasch’ und bereit’s zum Aufnehmen der Schönheit vor.
Der Falter nun landet - wo ich das Werkzeug halt’, bereit zur Tat -
auf meiner Hand.
Da bin ich überwältigt von so viel Pracht -
erfüllt mit Dank
Wurd’ am End' ganz einfach nur mein Will’ vollbracht?